Arbeiten

Peter Hartls Werk ist geprägt von einer starken inhaltlichen Tiefe und einer archaisch-poetischen Formsprache. Im Zentrum steht fast immer der Mensch und seine Existenz – gedacht in Analogie zur Natur, insbesondere zum Baum, zum Wachstum, zum Werden und Vergehen. Seine Arbeiten sind weniger dekorativ als vielmehr sinnbildlich und kontemplativ.

Charakteristisch ist der sichtbare Umgang mit dem Material. Holz wird nicht glatt perfektioniert, sondern bleibt rau, geschichtet, geschnitten, gefügt und manchmal verletzt. Sägespuren, Brüche und Verbindungen sind bewusst Teil der Aussage. Das Material erzählt seine eigene Geschichte und wird Träger von Zeit, Erinnerung und Vergänglichkeit.

Formal bewegt sich Hartl zwischen Skulptur, Relief und Installation. Wiederkehrende Elemente wie Scheiben, Schichtungen, Jahresringe, Hände oder fragmentierte Körper verweisen auf zyklische Prozesse des Lebens. Die hängenden Holzscheiben wirken wie ein aufgeschnittener Lebensbaum, während Reliefs und schwarze Oberflächen durch Licht und Schatten eine fast meditative Wirkung entfalten.

Auch in figürlichen Arbeiten – wie der Kuh – zeigt sich ein fragmentarischer, konstruktiver Ansatz: Körper sind nicht naturalistisch geschlossen, sondern offengelegt, aufgebaut aus Einzelteilen, fast wie ein anatomisches oder existenzielles Gerüst. Metall, Seile oder dunkle Akzente treten ergänzend zum Holz auf und verstärken den Eindruck von Spannung zwischen Stabilität und Fragilität.

Insgesamt ist Peter Hartls Stil reduziert, symbolisch und zutiefst humanistisch. Seine Kunst fordert keine schnelle Betrachtung, sondern lädt zum Innehalten ein. Sie verbindet Handwerk, Materialbewusstsein und philosophische Fragestellung zu einer klar erkennbaren, eigenständigen künstlerischen Handschrift.